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Mittwoch, 25. Juni 2014

12 ökorrekte Taten, die die Welt retten

Ein einzelner wird wohl kaum die Welt retten können. Aber gemeinsam kann man großes vollbringen, wenn jeder sein kleines Quäntchen dazu beiträgt. Wir leben inzwischen in einer Massenproduktions- und Wegwerfgesellschaft. Wir alle wissen inzwischen, dass wir in unseren Müllbergen fast ersticken, Chemikalien unser Grundwasser belasten und schädliche Abgase unsere Luft verschmutzen. Deshalb haben wir hier zwölf Tipps, die wirklich jeder ganz einfach umsetzen kann:  


Strom sparen: Alte Geräte sollte am besten durch neue Energiespargeräte ersetzen, am besten ein A++ Gerät wählen. Die Investition wird meist durch die Stromersparnis bereits in den ersten Jahren wieder ausgeglichen. Und immer noch gilt: Licht aus, wenn man es nicht braucht!

Stromanbieter wechseln: Hier gilt es zu beachten, dass man zu einem "echten" zertifizierten Ökostromanbieter wechselt. Auch große Stromkonzerne bieten mittlerweile Ökostrom an, aber dort werden Gewinne nicht unbedingt in den Ausbau erneuerbare Energien investiert. 

Untertourig fahren: Früh in den nächsten Gang schalten spart Sprit und schadet auch nicht dem Motor. Diese Fahrweise kann, je nach Fahrzeugtyp bis zu 0,5 l Benzin auf 100 km sparen. In der Stadt sollte man unter einer Drehzahl von 2.000 U/min fahren.

Auto stehen lassen, wenn es heiß wird: Bei intensiver Sonnenstrahlung entstehen aus den Autoabgasen Schadstoffe, wie zum Beispiel troposphärisches Ozon. Das verschlechtert die Qualität unserer Luft und produziert Smog, der zu Atembeschwerden führen kann.

Wasserhahn ausmachen: Den Wasserhahn lässt man oft gedankenlos weiter laufen, zum Beispiel beim Zähneputzen. Öfter mal duschen, statt baden. Tropfende Wasserhähne sollte man umgehend austauschen oder den Dichtungsring wechseln.

Kippen nicht auf den Boden: Für alle Raucher gilt, ein kleiner Aschenbecher oder eine Blechdose in der Tasche ersetzt den "großen Aschenbecher". Besonders beim Spaziergang in der Natur haben Kippen nichts auf dem Boden zu suchen!

CDs zurückgeben: Alte CDs gehören nicht in den Müll. Es gibt die bundesweite Sammelaktion "CD-Collect", hier können bei teilnehmenden Händlern die ausgedienten Scheiben abgegeben werden und werden wieder recycled. So bleiben wertvolle Rohstoffe erhalten.

Alte Handys recyclen: 72 Mio. alte Handys liegen in den Schränken der Deutschen. Wertvolle Rohstoffe gehen hier verloren. Besonders der Rohstoff Coltan wird unter inhumanen Bedingugen abgebaut und es werden wichtige Lebensräume zerstört, Z.B. der Gorillas.

Müll vermeiden: Zum Metzger z.B. kann man seine eigene Dose mitbringen. Plastiktüten sind wiederverwendbar. Am allerbesten jedoch gleich zur Papiertüte greifen! Auch die sog. umweltfreundlichen Plastiktüten schaffen bereits mehr Müll, als wir recyclen können!

Chemiekeulen vermeiden: Alle Haushaltsreiniger gibt es auch in der ökologischen Version. Die Inhaltsstoffe sind hier biologisch abbaubar. Für Kalk im Bad oder in der Küche und zum Desinfizieren hat sich noch immer der ganz normale Essigreiniger bewährt.

Regenwasser nutzen: Für Hausbesitzer ist es ein einfaches, eine Regentonne im Garten zu platzieren. Auch Balkonbesitzer können ein Stück Regenrinne installieren und Regenwasser sammeln. Die Pflanzen genießen auch das weniger kalkhaltige Regenwasser. 

Pflanze einen Baum: Früher war es üblich bei der Geburt eines Kindes einen Baum zu pflanzen. Ein schöner Brauch, der nicht verloren gehen sollte. Damit wird ein kleines Ökosystem geschaffen und ein weiterer Produktionsbetrieb für Sauerstoff.

(veröffentlicht "I like lifestyle" Winterausgabe 2011)

Tierversuche in der Medizin

Millionenfacher Tod 

Tierversuche in der Medizin: Wirklich sinnvoll oder eher Hindernis im Fortschritt?


In medizinischen Laboren werden unzählige Tiere für Versuchszwecke verwendet und anschließend in den allermeisten Fällen getötet. Dabei handelt es sich nicht nur um sogenannte Ekeltiere wie Ratten, Mäuse und Insekten, sondern auch Schweine, Minischweine, Meerschweinchen, Kaninchen, Gerbils, Fische u.a. Oftmals werden hier auch Hunde, Katzen und sogar Affen nicht verschont. Tierversuche sind gar nicht notwendig, da es genügend sichere und schmerzfreie Methoden in der Forschung gibt, die im Gegensatz zum Tierversuch auf den Menschen übertragbare Ergebnisse liefern. Forschungsgelder stehen für sogenannte alternative Forschungsmethoden bereit, diese werden jedoch wenig beantragt und in Anspruch genommen. Ich habe im folgenden Text bewusst auf Einzelheiten und Abläufe der Grausamkeiten bei Tierversuchen verzichtet. Ich will nicht schockieren, sondern aufklären und behilflich sein, eine subjektive Meinung zu bilden:


Jährlich werden deutschlandweit ca. 2,6 Mio Tiere – Tendenz leider wieder steigend – für Versuchszwecke getötet und ca. 60.000 Tiere werden schon allein für den Pflichtteil des Studiums der Biologie, Tier- oder Humanmedizin zu Lehrzwecken an den Unis verbraucht. Gleichzeitig sterben aber jährlich ca. 58.000 Menschen deutschlandweit an tierversuchserprobten Arzneimitteln. Stoffwechsel, Organfunktionen und Körperbau der Tiere unterscheiden sich wesentlich von dem der Menschen. Eine Übertragung der Versuchsergebnisse auf den Menschen ist daher sehr oft problematisch. So ist Arsen zum Beispiel für Schafe gut verträglich, beim Menschen ist eine hohe Dosis tödlich. Meerschweinchen vertragen kein Penicillin. Cortison verur-sacht bei Mäusen Missbildungen, beim Mensch nicht. Bei dem Schlafmittel Contergan ist es umgekehrt. Contergan wurde 1957 nach ausgiebigen und sehr umfangreichen Tierversuchen auf den Markt gebracht und besonders für Schwangere als unbedenklich empfohlen. Die Folge waren über 10.000 verstümmelte Kinder, die geboren wurden. Alleine 4.000 davon in Deutschland! Durch die Rheumamedikamente Tanderil und Amuno kam es zu 1.182 Todesfällen, nach Mexaform zu 3.000 Toten und 30.000 Schwerbehinderten. Im Jahr 2006 wurde in Würzburg das neue Medikament TGN1412 an Affen getestet. Das Mittel wurde von der Würzburger Firma TeGenero für unbedenklich erklärt und weiteren Test am Menschen in England unterzogen. Die Reaktionen der Versuchsprobanden waren verheerend. Alle sechs Probanden erlitten ein Multiorganversagen und mussten wochenlang auf der Intensivstation behandelt werden. Nach Berechnungen der amerikanischen Arzneimittelzulassungsbehörde FDA werden ca. 92% aller Wirkstoffe, die am Tier getestet wurden, erst gar nicht zugelassen. Von den verbleibenden 8% wird die Hälfte der Mittel später wieder vom Markt zurückgezogen.

Tierversuche in der Krebsforschung:
1971 wurde durch den National Cancer Act (nationales Krebsgesetz) in den USA ein Krieg gegen Krebs eröffnet. Binnen fünf Jahren sollte Krebs vollständig ausgerottet werden und es wurden 1,59 Milliarden US-Dollar bereitgestellt. Die Krebsforschung ist in den letzten Jahren jedoch nicht sehr viel weiter gekommen, und es sterben jährlich immer mehr Menschen an Krebs oder den darauffolgenden Behandlungen. Im Tierversuch konnte jedoch schließlich nicht einmal der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs hergestellt werden. So wurde lange Jahre der Zusammenhang verneint, und es starben hunderttausende Menschen an Lungenkrebs, weil Aufklärungs- und Präventivmaßnahmen ausblieben. Die Herausgeber der Krebsforschungs-Zeitschrift »Clinical Onkology« stellten fest, dass es überaus schwierig sei, die Versuche am Tier auf den Menschen zu übertragen. Letztendlich sind es Studien am Menschen, die relevante Ergebnisse bringen. Bei Mäusen ist Krebs mittlerweile heilbar, beim Menschen jedoch immer noch nicht!Tierversuche in der AIDS-Forschung:In der Aidsforschung hatte man einen Impfstoff gefunden, der bei Primaten Aids verhindern kann. Viele Jahre wurde an Affen geforscht, bis man festgestellt hatte, dass Affen kein AIDS entwickeln, wie Menschen es bekommen, sondern eine ganz andere Form. Nachdem man mehr als 130 Versuche mit den an Affen getesteten Wirkstoffen am Menschen durchgeführt hatte, hat man gemerkt, dass kein einziger beim Menschen wirksam war. Dagegen wurde bei Untersuchungen am Menschen und mit Hilfe von Computersimulationen der HIV-Virus erfolgreich isoliert. Untersuchungen an menschlichen weißen Blutzellen außerhalb des Körpers haben erst Medikamente wie AZT, 3TC oder Proteaseinhibitoren ermöglicht. Selbst der berühmte AIDS-Experte Bernard Fields sagte aus: »Wir gehen einen Irrweg«, und meinte hier die Tierversuche.

Tierverbrauch an den Universitäten:
An der Universität werden Tierversuche an Insekten durchgeführt, alles andere nennt sich hier Tierverbrauch. In den Studiengängen Biologie, Humanmedizin und Tiermedizin sind Tierversuche oft nicht zu umgehen. Studenten, die keine Lust auf Tierversuche haben, können sich bei folgender Organisation informieren: www.satis-tierrechte.de 

Schmerzfreie Methoden:
Wie bereits erwähnt gibt es genügend »Alternativen« in der medizinischen Forschung, die überdies auch noch schneller, günstiger und sichere Ergebnisse liefern. Bei der Arbeit im Reagenzglas, dem sogenannten In-vitro-Verfahren, handelt es sich um Forschung unter anderem an menschlichen Zellkulturen, zum Beispiel von erkrankten Menschen, also Forschung an der Krankheit selbst. Moderne Computermodelle, das sogenannte In-silico-Verfahren, simulieren den menschlichen Organismus und über die Einwirkung von Arzneimitteln können hier sehr viel aussagekräftigere und genauere Ergebnisse geliefert werden. Auch oft langjährige Beobachtung von Kranken, ihren Angehörigen usw. haben gezeigt, dass hier wesentlich bessere Rückschlüsse zum Beispiel auf die Entstehung und Vererbung einer Krankheit gezogen werden können. Faktoren, denen man als Mensch ausgesetzt ist, können bei Tierversuchen nicht berücksichtigt werden. Durch eine Studie, die sogenannte Framingham-Studie, bei der seit über 60 Jahren über 5.000 Menschen, deren Kinder  und Kindeskinder hinsichtlich ihrer Herz-Kreislauf-Gesundheit, beobachtet wurden, konnte festgestellt werden, dass es Zusammenhänge mit dem Cholesterin-Spiegel, Rauchen und Übergewicht gibt. Durch diese Erkenntnis konnte die Todesrate durch Herzkrankheiten um 11% gesenkt werden. Die Physio-Controll-Methode ist eine Kombination aus Mikrochip und zum Beispiel bösartigen Krebszellen, ein komplettes Minilabor sozusagen. Hier kann die Wirkung von Medikamenten auf Krebszellen getestet werden, die überdies noch sehr kostengünstig und sehr schnell Ergebnisse liefert. Bei all diesen Methoden wird bewusst auf die Bezeichnung »Alternative Methoden« verzichtet, da die Wirksamkeit sehr viel höher eingeschätzt wird, als bei Tierversuchen. Das sind nur wenige Beispiele für Forschungsmethoden, bei denen kein Tier leiden und sterben muss und daneben noch sehr zuverlässige Ergebnisse liefert. Die meisten medizinischen Durchbrüche wurden bisher durch Be-obachtung oder durch Zufall erwirkt. Aspirin und Penicillin wurden durch Zufall gefunden. Auch Röntgen hatte die Wirkung der Röntgenstrahlen nur durch einen Zufall entdeckt. 

Was kann ich selbst tun?
Bereits im jahrelangen Kampf gegen Tierversuche in der Kosmetikbranche konnten gute Erfolge erreicht werden. Seit diesem Jahr ist es europaweit verboten Kosmetikrohstoffe, an Tieren zu testen. Dieser Erfolg ging auch auf die Meinung der Öffentlichkeit zurück und auf den Konsumenten, der wählen konnte. In der Medizin ist diese Wahl nun nicht so einfach. Niemand, der eine Krankheit hat, würde auf ein Medikament verzichten, das ihm helfen kann, wieder gesund zu werden. Dennoch brachte die Meinung der Öffentlichkeit dieses Thema zu den Politikern. Durch eine Kampagne der »Ärzte gegen Tierversuche e. V.« bezüglich des Verbots von Hirnversuchen an Affen in Tübingen, die bisher sehr erfolgreich verlaufen ist, müssen sich die Politiker nun mit diesem Thema zumindest auseinander setzen. Es ist also wichtig, informiert zu sein, darüber zu diskutieren und auch seine Mitmenschen für dieses Thema zu sensibilisieren. Wer mehr tun möchte, kann sich ehrenamtlich bei einem Verein engagieren oder Mitglied werden. Doch man muss viel Geduld mitbringen, die politischen Mühlen mahlen langsam. 

Quellenangaben und weitere Infos:


(Artikel für port01 09/2011)